Geschichte

Geschichte der Perchtengruppe Altenmarkt

Hänker

Herodes mit seiner Besatzung

Herodia, der Henker, der Römer und die vier Schergen

In vorchristlicher  Zeit spielte der Perchtenbrauch eine sehr große Rolle. Besonders die Zeit um die Wintersonnenwende war von einem ,,dämonenreichen Zauber‘ umgeben. Die bösen Gestalten der Dunkelheit sollten vertrieben und die guten und fruchtbringenden Geister des Frühlings erweckt werden. Der Tag muss über die Nacht siegen, um die Fruchtbarkeit ins Land zu bringen. Diese Auseinandersetzung spiegelt sich im Perchtenlauf: Die Schiachperchten symbolisieren das Böse und ein letztes Aufflackern der Finsternis, bevor im Perchtenzug die Schönperchten mit ihren prächtigen Tafeln den Frühling und die Fruchtbarkeit einleiten.

Auch im Pongau verbreitete sich dieser Brauch: Lose Passen wanderten bereits in vergangenen Jahrhunderten in der Dämmerung von Hof zu Hof, um dem überlieferten Brauchtum rund um die Göttin Perchta Folge zu leisten und den Bewohnern der einzelnen Höfe mit dem Perchtengruß ,,an Fried, an Gsund und an Reim“, ein gutes und ertragreiches Jahr zu wünschen. In Altenmarkt fand dieses Treiben in der Zauch, am Feuersang, im Ort, am Schwemmberg, in Reitdorf usw. statt. Doch bereits seit 1852 gibt es laut geschichtlicher Forschungsarbeit von Dr. Karl Zinnburg (Quelle: Bayerischer Brauchtumskalender, Salzburger Landesarchiv) einen geschlossenen Perchtenumzug in Altenmarkt.

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Herodes


 

die alte kunst des maskenschnizens

Um die alte Kunst des Maskenschnitzens fortzuführen wird jedes Jahr ein Schnitzkurs im Polytechnischen Lehrgang in Zusammenarbeit mit der Perchtengruppe veranstaltet. Unter der fachlichen Anleitung von Erich Lorber entstehen immer wieder sehr schöne Masken und Figuren. Ein besonderer
Dank gilt auch Kaspar Steiger sen. (Hochzeitslader).
Die Hochzeitssträußerlpercht wurde von ihm als Privatperson gebaut, geschmückt und der Perchtengruppe geschenkt. An die 400 Personen des Marktes wirken in irgendeiner Form an den Vorbereitungen und der Durchführung mit. Am Festzug selbst sind 241 Männer aktiv dabei.

schönperchtengruppe

Bis zum Jahr 1912/13 fanden diese Läufe statt, doch nach und nach wurden die Perchtenfiguren zu Sagengestalten. Ältere Leute erinnerten sich noch an die Perchtenläufe in Altenmarkt, als Kaspar Fritzenwallner mit der Neubelebung begann. Als besonderer Förderer der Altenmarkter Perchten ist an dieser Stelle Kuno Brandauer zu nennen, denn er war es, der Kaspar Fritzenwallner auf die Idee brachte, dieses alte Brauchtum wieder zum Leben zu erwecken. Somit schloss Altenmarkt den Kreis des Vier-Jahres-Rhythmus, der bis heute gemeinsam mit den Orten Gastein, St. Johann und Bischofshofen abgehalten wird.

1959 sollte der erste Umzug in Altenmarkt stattfinden, doch dies stellte sich als sehr schwierig heraus, waren doch kaum Vorlagen aus der Vergangenheit vorhanden. Die Holzmasken für die Schiachperchten schnitzte Kaspar Fritzenwallner selbst, nachdem er sich Vorlagen im Wiener Volkskundemuseum angesehen hatte. Der erste Perchtenlauf hätte jedoch ohne die Perchtengruppe Bischofshofen nicht stattfinden können, denn sie kamen mit ihrer gesamten ,,Ausrüstung“ nach Altenmarkt, um die Altenmarkter zu unterstützen. Den musikalischen Beitrag leistete damals die Mühlbacher Holzmusik.

In den Jahren 1959,1963,1967,1971,1975,1979,1983,1987,1991 und l995wurden in Altenmarkt Perchtenläufe abgehalten, und rund um Kaspar Fritzenwallner bildete sich ein starkes Team, das ihm bei den Vorbereitungen für die Perchtenumzüge half. Gerhard Stöckl, Karl Brandstätter, Peter Listberger und Johann Huber, der jetzige Hauptmann der Altenmarkter Struckerschützen, leisteten unbezahlbare Arbeitsstunden für den Neuaufbau der Perchtengruppe. Auch Rupert Fritzenwallner, der Sohn Kaspars, beschäftigt sich seit seiner Jugendzeit sehr stark mit dem Perchtenbrauchtum. Er ist auch der jetzige Perchtenhauptmann, nachdem Kaspar Fritzenwallner im September 1987 verstarb.

Doch auch viele andere Personen und Gruppen identifizieren sich stark mit dem Altenmarkter Perchtenlauf und bieten immer wieder ihre Hilfe an. Die Altenmarkter Strukkerschützen sind der Trägerverband des Perchtenlaufes und mit einem großen Teil der Organisation betraut. Der Trachtenverein ,,D‘ lustigen Zauchenseer" kümmern sich sehr stark um die Renovierung und die Neuanfertigung der Schönperchten. Die zwei Turmperchten waren gemeinsam mit der roten Almabtriebspercht die ersten Schönperchten, die sich im Besitz der Perchtengruppe befanden. Sie wurden von Hauptschülern des Ortes im Jahre 1963 angefertigt.

Mit sehr großem Engagement beteiligt sich auch immer wieder der Polytechnische Lehrgang. Die Ausbesserungen an den beiden Turmperchten und die Renovierung des Herodesgewandes wurden mit viel Elan und Freude seitens der Schüler immer wieder durchgeführt.